Standesamt: Anmeldung der Eheschließung, Unterlagen und Fristen

Von Timo Bredehöft, freier Trauredner · Aktualisiert am

Rechtlich verheiratet seid ihr in Deutschland erst nach der Trauung beim Standesamt – egal, wie schön die freie oder kirchliche Trauung wird. Mit etwas Vorlauf ist der Behördenteil aber schnell erledigt.

Wichtig vorab: Welche Unterlagen genau gebraucht werden und wie die Termine vergeben werden, regelt jedes Standesamt ein wenig anders – und es hängt von eurer persönlichen Situation ab. Dieser Überblick zeigt den typischen Ablauf. Fragt im Zweifel immer direkt bei eurem Standesamt nach.

Standesamt und freie Trauung: am selben Tag oder getrennt?

Viele Paare kombinieren das Standesamt mit einer freien Trauung. Dafür gibt es zwei beliebte Varianten:

  • Am selben Tag: morgens im kleinen Kreis zum Standesamt, nachmittags die freie Trauung mit allen Gästen. Das ist kompakt, braucht aber einen gut geplanten Zeitplan und ein Standesamt in der Nähe der Location.
  • An getrennten Tagen: das Standesamt ein paar Tage oder Wochen vorher, ganz entspannt. Am Hochzeitstag steht dann nur die freie Trauung im Mittelpunkt.

Entscheidet das möglichst früh, denn davon hängt ab, welchen Termin ihr beim Standesamt braucht – und ob eure Gäste zu einem oder zwei Terminen kommen.

Wann könnt ihr euch anmelden?

Die Anmeldung der Eheschließung gilt sechs Monate. Ihr meldet euch deshalb in der Regel frühestens sechs Monate vor dem Termin an – beim Standesamt eures Wohnorts, auch wenn ihr woanders heiraten möchtet. Viele Standesämter vergeben Wunschtermine aber schon früher als Reservierung. Gerade für beliebte Daten oder besondere Trauorte lohnt es sich, früh nachzufragen.

Welche Unterlagen braucht ihr?

Für volljährige, ledige Deutsche mit Wohnsitz in Deutschland sind das meist:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtenregister – erhältlich beim Standesamt eures Geburtsorts
  • je nach Standesamt eine aktuelle Aufenthalts- bzw. erweiterte Meldebescheinigung

Wart ihr schon einmal verheiratet, habt ihr gemeinsame Kinder oder hat einer von euch eine andere Staatsangehörigkeit, kommen weitere Dokumente hinzu – etwa Nachweise über die Auflösung der früheren Ehe oder Unterlagen aus dem Ausland, die übersetzt oder beglaubigt werden müssen. Das kann Wochen dauern. Plant dafür genug Zeit ein und fragt früh nach.

Braucht ihr Trauzeugen?

Nein, beim Standesamt sind Trauzeugen in Deutschland nicht vorgeschrieben. Ihr dürft aber welche mitbringen – viele Paare möchten das. Klärt beim Standesamt, wie viele Trauzeugen und Gäste im Trausaal Platz haben. Was Trauzeugen sonst noch übernehmen können, steht im Ratgeber Aufgaben der Trauzeugen.

Der gemeinsame Name

Bei der Anmeldung oder spätestens bei der Trauung entscheidet ihr, ob und welchen gemeinsamen Ehenamen ihr tragt. Das Namensrecht bietet inzwischen mehr Möglichkeiten als früher. Sprecht die Varianten in Ruhe miteinander durch und lasst euch beim Standesamt beraten, was in eurem Fall möglich ist.

Nach der Trauung

  • Eheurkunden bestellen – ihr braucht sie oft für Arbeitgeber, Versicherungen oder Behörden.
  • Bei einem neuen Namen: Ausweis, Führerschein, Bank, Krankenkasse und Arbeitgeber informieren.

Standesamt im Hochzeitsplaner

Im Hochzeitsplaner tragt ihr euren Standesamtstermin ein – auch wenn er nicht am Hochzeitstag liegt. Alle Aufgaben rund ums Amt richten sich dann nach diesem Termin: Wunschtermin reservieren, Unterlagen besorgen, Anmeldung, Namenswahl und Eheurkunden.

Kurz zusammengefasst

  • Früh entscheiden: Standesamt am Hochzeitstag oder separat.
  • Anmeldung meist frühestens sechs Monate vor dem Termin, beim Standesamt eures Wohnorts.
  • Unterlagen rechtzeitig besorgen – bei Auslandsbezug mit viel Vorlauf.
  • Trauzeugen sind erlaubt, aber nicht vorgeschrieben.

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